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Am 10.04.16 geriet unser Team während unserer humanitären Arbeit bei Ausschreitungen in Idomeni unter Beschuss.

Kämpfe zwischen Grenzern und Flüchtlingen in Idomeni:
Mit der Wut der Verzweiflung. Am Zaun von Idomeni versuchen Hunderte Flüchtlinge, die Grenze zu durchbrechen. Mazedonische Einheiten feuern Tränengas auf die Verzweifelten. Die griechische Polizei hält sich raus – offenbar auf Anweisung.

Die Uniformierten sind mazedonische Soldaten. Die jungen Steinewerfer am Zaun gehören zu den mehr als zehntausend Flüchtlingen, die in der Zeltstadt Idomeni im Norden Griechenlands ausharren.

Sie sitzen hier seit Februar, abgeschnitten von der Außenwelt, im Stich gelassen. Damals war die Balkanroute für die Migranten weitestgehend gesperrt worden. Sie hoffen, dass Europa letztlich doch noch die Grenzen für sie öffnet, wenn sie denn nur lange genug durchhalten.

Zuerst eine Sitzblockade, dann der Sturm auf den Zaun

Zur Mittagszeit versuchen Hunderte Flüchtlinge, den Grenzzaun zu durchbrechen und nach Mazedonien hinüberzukommen. Es ist ein verzweifelter Versuch, ihre Reise nach Norden fortzusetzen. Davor haben schon viele bei einer Sitzblockade auf Zuggleisen mitgemacht und gefordert, dass die Grenzen wieder geöffnet werden.

Der Protest ist zuerst friedlich. Es gibt sogar die Hoffnung, dass alles gut ausgeht. Dann sagt ein griechischer Polizist zu den Anführern des Protests, dass fünf von ihnen sich mit mazedonischen Beamten am Zaun treffen könnten. Die mazedonischen Soldaten sagen den fünf, man habe Mitgefühl für die Misere der Flüchtlinge. Die Grenze bleibe aber geschlossen.

Sobald sich die Nachricht verbreitet, geht es los mit den Zusammenstößen. Über Stunden kämpfen mazedonische Einheiten und Flüchtlinge am Zaun. Alle paar Sekunden fliegt ein Stein, geworfen von Vermummten. Alle paar Sekunden versuchen andere, den Zaun zu überrennen. Und alle paar Sekunden schießen die mazedonischen Einheiten Tränengaspatronen auf die Flüchtlinge. Die wiederum werfen Decken über die Geschosse, um sie unschädlich zu machen.

Von mazedonischer Seite heißt es, man werde alles daran setzen, dass die Balkanroute für Flüchtlinge geschlossen bleibe. Mindestens so bemerkenswert wie die harte Antwort der Mazedonier ist die Passivität der griechischen Einheiten.

Ein Sprecher der Migrationskoordinatoren innerhalb der griechischen Regierung nennt den Einsatz von Gewalt gegen Migranten zwar „gefährlich und erbärmlich, insbesondere wenn es keinen Grund für eine solche Gewaltanwendung gibt“. Es gibt auch keinen Mangel an griechischen Spezialeinsatzkräften. Trotzdem sehen sie aus der Distanz zu, was passiert.

Ein ranghoher griechischer Polizist sagt, die Polizei habe klare Anweisungen, weder die Flüchtlinge noch die Mazedonier anzugreifen.

„Was sollen wir denn machen? Einen Krieg anzetteln?“, sagt ein anderer Polizist. Gegen vier Uhr nachmittags gibt es bereits mehrere Verwundete, Dutzende müssen behandelt werden, hauptsächlich wegen der Atemwegsprobleme, die das Gas verursacht.

Fazit:
mehr als 260 Verletzte Flüchtlinge, darunter viele Kinder.

Schenken Sie Menschen Hoffnung und helfen Sie ihnen in ihrer Not, würdevoll zu leben. Weil Wohlstand verpflichtet!